Rauchmelder Fehlalarm

Wenn das Pipsen auf die Nerven geht

Ein Rauchmelder, der nicht richtig funktioniert, ist kontraproduktiv, denn immer wiederkehrende Fehlalarme sind nicht nur nervig, sondern lassen auch schnell das Vertrauen in die Technik schwinden. Gerade aus diesem Grund gibt es Menschen, die ganz auf den Einsatz eines Rauchmelders verzichten, auch wenn dies gesetzlich vorgeschrieben ist. Im Ernstfall werden sie dann nicht rechtzeitig gewarnt, was katastrophale Folgen haben kann.

Den Fehlalarm abschalten

Der Alarmton eines Rauchmelders alarmiert mit einer Stärke von 85 Dezibel, denn es soll sichergestellt werden, dass der Alarm gehört wird. Bei einem Fehlalarm kann der Alarmton auf verschiedene Art und Weise abgeschaltet werden.

  • Stromzufuhr unterbrechen. Dazu muss die Batterie aus dem Rauchmelder genommen werden. Bei einem festinstallierten Gerät trennt man den Rauchmelder kurzfristig vom Stromnetz.
  • Einige Rauchmelder verfügen über einen Ausschaltknopf. Wenn dieser 3 Sekunden gedrückt wird, erlischt der Alarmton.
  • Sehr hochwertige Rauchmelder erkennen nach relativ kurzer Zeit, dass keine Rauchentwicklung vorliegt, sodass der Rauchmelder den Alarm selbsttätig ausschaltet.

Wer haftet für Kosten bei einem Fehlalarm?

Rauchmelder sind in allen Bundesländern Pflicht. Seit der Einführung kommt es vermehrt zu Fehlalarmen und damit verbundenen unnötigen Feuerwehreinsätzen. Auch wenn der Rauchmelder in aller Regel nicht direkt mit der Feuerwehr verbunden ist, kommt es zu Fehleinsätzen, da Nachbarn, die einen Melder piepsen hören, vorsorglich die Feuerwehr alarmieren. Laut den Feuerwehrgesetzen der Bundesländer müssen unnötige Feuerwehreinsätze nicht vom Eigentümer des Rauchmelders gezahlt werden. Kommt es jedoch im Laufe des Einsatzes zu Schäden an Haus und Mobiliar, weil Türen aufgebrochen werden müssen, dann bleiben diese Kosten am Eigentümer hängen, wenn das Verhalten der Feuerwehr gerechtfertigt war.

Sicher ist auch, dass der Anrufer, der einen vermeintlichen Brand meldet, nicht die Kosten für den Einsatz tragen muss, sofern er nicht vorsätzlich oder grob fahrlässig die Feuerwehr alarmiert hat.

Kann jedoch nachgewiesen werden, dass der Rauchmelder sich in einem schlechten technischen Zustand befand oder gar falsch installiert wurde, dann muss der Eigentümer für die Kosten des Feuerwehreinsatzes aufkommen.

Die häufigsten Ursachen für einen Fehlalarm

  • Es dringt Wasserdampf in das Gehäuse des Melders ein. Dadurch wird der Infrarotstrahl irritiert. Solche Fehlalarme geschehen meist in Küchen oder Badezimmern. Daher sollten in diesen Räumen nur Rauchmelder genutzt werden, die speziell für solche Räume zugelassen sind. Normale Rauchmelder sollten in jedem Fall außerhalb des Dampfradius installiert werden.
  • Fehlalarm durch starke Staubentwicklung bei staubigen Handwerkerarbeiten. Dies geschieht oft beim Aufstemmen von Wänden oder wenn über einen langen Zeitraum Schleifarbeiten mit Maschinen durchgeführt werden. Rauchmelder sollten vor der Arbeit vorsichtshalber abgedeckt werden.
  • Nächtliche Fehlalarme durch Insekten, die in das Innere des Rauchmelders krabbeln. Gerade in Kellern oder auf dem Dachboden ist dies häufig der Fall. Es sollten möglichst hochwertige Rauchmelder mit einem schützenden Gitternetz genutzt werden.
  • Fehlalarme werden sehr oft auch mit dem Signalton für den Batteriewechsel verwechselt. Der Ton für einen Batteriewechsel ist in der Regel leise und regelmäßig während bei einem Alarmton ein schriller und durchdringender Ton zu hören ist.
  • Extrem hohe Temperaturen können ebenfalls zu einem Fehlalarm führen. Dies geschieht, wenn der Rauchmelder sich am Fenster befindet und der direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt ist.
  • Zigarettenrauch kann ebenfalls zu einem Fehlalarm führen. Wobei nicht der normale Zigarettenkonsum zum Fehlalarm führt, sondern vielmehr, wenn sich viele Raucher im Raum befinden und zwischendurch nicht gelüftet wird.
  • Bei Funkrauchmeldern, die vernetzt sind, können Gegenstände, die den Funkkontakt stören, für einen Fehlalarm sorgen.
  • Elektromagnetische Störungen durch eine benachbarte Stromquelle können ebenfalls einen Fehlalarm auslösen.
  • Gleiches gilt für die fehlerhafte Montage, wenn der Rauchmelder nicht nach DIN 14676 installiert wurde.

Was bedeutet die Stummschaltefunktion bei einem Rauchmelder?

Solche Rauchmelder sind insbesondere für Räume geeignet, bei denen die Gefahr von einem Fehlalarm sehr hoch ist. Die Rede ist hier von Küchen oder Badezimmern. Verschiedene Hersteller haben hier reagiert und Rauchmelder mit einer temporären Stummschaltung entwickelt. Wird zum Beispiel durch Wasserdampf ein Alarm ausgelöst, kann dieser durch das Drücken des Testknopfes vorübergehend deaktiviert werden. Die Sensibilität des Rauchmelders wird herabgesetzt. Um dennoch den Bewohner die Sicherheit zu gewähren, sind diese Rauchmelder so konzipiert, dass sie bei einer Verdreifachung der Rauchkonzentration in einem bestimmten Zeitrahmen erneut einen Alarm auslösen. Dieser zweite Alarm kann nicht mehr stummgeschaltet werden. Solange sich Rauch und Dampf in der Messkammer des Rauchmelders befindet, bleibt der Alarmton aktiviert. Die Stummschaltung setzt sich je nach Hersteller und Rauchmelder innerhalb einer Kalibrierungszeit von 8-10 Minuten automatisch zurück. Die geprüften Standardeinstellungen werden wieder aktiv, sodass der Nutzer nicht in Gefahr gerät, den Rauchmelder wieder anzuschalten.

Weniger Fehlalarme bei hochwertigen Rauchmeldern

Beim Kauf eines Rauchmelders sollte man immer auf Qualität achten. Hochwertige Rauchmelder sind meist so konzipiert, dass es kaum zu Fehlalarmen kommt. Einen guten Rauchmelder erkennen Sie an den folgenden Merkmalen

  • 10-Jahres-Batterie
  • Stummschaltefunktion
  • Qualitätszeichen „Q“
  • Verschmutzungskompensation
  • Gehäuse ist mit einer Umgebungslichtblende ausgestattet
  • Melder besteht aus einem antistatischen Kunststoff
  • Rauchmelder ist mit einem Insektenschutz versehen
  • Ausstattung mit einer elektromagnetischen Abschirmung, sodass die Störanfälligkeit durch andere Geräte im Raum minimiert wird.